
Der trockene Sommer ist vorbei: Ein Tief nach dem anderen bringt Deutschland in den kommenden zwei Wochen kräftigen Regen. Besonders die Alpenregion trifft es hart.
Ein Blick auf die Niederschlagsprognose der kommenden zwei Wochen zeigt: Vor allem zum Wochenende hin zieht kräftiger Regen auf. Meteorologe Jan Schenk ordnet die Lage im Wetter-Talk mit FOCUS online ein: „Wir sehen ab dem Wochenende kräftige Niederschläge.“
Grund dafür sei eine sogenannte Vb-artige Wetterlage (sprich: Fünf-B-Wetterlage) an den Alpen, aus der laut Schenk letztlich der Regen stamme. Hinzu komme eine Kaltfront, die von Norden Landregen bringe – „also irgendwie so Regen von mehreren Seiten“, wie Schenk es beschreibt. Im Osten falle dabei etwas weniger Regen, im Süden dagegen relativ viel.
Regenschwerpunkte an den Alpen und in der Mitte
Nach einer kurzen Pause mit vereinzelten Schauern zieht erneut kräftiger Niederschlag auf – dieses Mal ausgelöst durch ein Tief vom Mittelmeer. Laut Schenk können dabei auch Gewitter auftreten. Wohin genau sich dieses Tief in der kommenden Woche bewegt, sei noch nicht vollständig klar, am wahrscheinlichsten treffe es aber Süddeutschland bis etwa zur Mitte des Landes.
Die Regenschwerpunkte lägen damit einmal an den Alpen und später quer über die Mitte Deutschlands. Dazu komme, dass es in den Mittelgebirgen und Alpen grundsätzlich immer etwas mehr regne als im Flachland.
Warum bleibt der Regen ausgerechnet dort hängen?
Ob und wo sich Regengebiete festsetzen, hänge stark von der allgemeinen Wetterlage ab, erklärt Schenk. Entscheidend sei, wo Tiefdruckgebiete sich einen Weg bahnen könnten – und das werde wiederum von Hochdruckgebieten gesteuert. Gerade weil sich Hochdruckgebiete kurzfristig verlagern könnten, sei diese Prognose „relativ unsicher“ und in der Wetterprognose oft eine Herausforderung.
Lokale Unwetter möglich, aber kein großes Hochwasser
Auf die Frage, ob in den Regenschwerpunktregionen mit lokalen Unwettern zu rechnen sei, sagt Schenk, dass insbesondere die Vb-artige Wetterlage zum Ende der Woche zu unwetterartigem Dauerregen führen könne. Lokal und kurzfristig könne es dabei auch zu Überflutungen kommen. Für ein großes Hochwasser reiche es aber noch nicht.
Der Meteorologe stellt zugleich klar, dass Vb-artige Wetterlagen zwar grundsätzlich hochwasserträchtig seien, aber nicht automatisch Hochwasser auslösten: „Nicht jede Vb-artige Wetterlage löst Hochwasser aus, aber quasi jedes große Hochwasser hat irgendwie eine Vb-artige Wetterlage zumindest mal in der näheren Umgebung.“
Aktuell bestehe jedoch keine akute Gefahr, denn die Flüsse seien leer und der Boden könne sehr viel Wasser aufnehmen. Zudem seien nicht 300, sondern maximal rund 100 Liter Regen angesagt – eine Menge, mit der die Alpenregion in der Regel gut zurechtkomme.
Regenmengen im Überblick
Insgesamt ist in den kommenden zwei Wochen mit 20 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter zu rechnen, in den Mittelgebirgen mit 40 bis 80 Litern und in den Alpen mit teils über 100 Litern.
Lediglich im Osten, etwa zwischen Erfurt, Berlin und Dresden, fällt vergleichsweise wenig Regen. Anders als im bisherigen Sommer handelt es sich dabei nicht nur um kurze Gewitterschauer, sondern zunehmend um großflächigen, langanhaltenden Landregen.



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