Der Herbst in Deutschland ist verregnet – doch bald schon könnte es selbst in tiefen Lagen schneiden. Der Winter steht laut Experten vor der Tür.
Viel Regen in Deutschland – der Herbst ist derzeit zwar milde, aber ungemütlich. Das nasse und teils stürmische Herbstwetter bleibt Deutschland auch zum Start in die neue Woche erhalten.
Schon bisher sei der November ungewöhnlich feucht gewesen und das Niederschlagssoll für den ganzen Monat bereits übertroffen, sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Laut Meteorologe Dominik Jung wird es hierzulande aber nicht etwa sonniger und gemütlicher, sondern deutlich kälter: „Die milden Tage scheinen erstmal gezählt zu sein.“ Der Herbst 2023 ist der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881.
5 Grad statt 17 Grad – Das Winter-Wetter steht in Deutschland vor der Tür
Während im Südwesten Deutschlands am Sonntag noch 17 Grad gemessen wurden, könnten es am kommenden Wochenende laut Jung kaum noch mehr als 5 Grad werden.
„Da deutet sich ja nach wochenlang milder Westwetterlage tatsächlich eine Umstellung der Großwetterlage an“, so Jung.
Der Experte weiter: „Spätestens ab Sonntag strömen aus Nordeuropa kalte Luftmassen nach Deutschland. Aktuell liegt noch der Jetstream mitten über uns und der trennt die kalten Luftmassen von uns ab. Doch bald rutscht er weiter nach Süden und macht damit den Weg frei für die kalten Luftmassen aus den polaren Regionen.“
In 1500 Metern Höhe sinken die Temperaturen demnach auf unter minus 10 Grad. Auch in tieferen Lagen fällt laut Jung womöglich Schnee.
Meteorologe Johannes Habermehl von daswetter.com sieht es ähnlich, er schreibt von einem „Artic Outbreak“, aber zweifelt noch daran, ob Schnee die tiefen Lagen erreicht: „Die optimistischen Berechnungen zeigen, dass die Kälte möglicherweise kaum bis zu uns vordringt. Lediglich im Norden könnte es nachts zu Frost kommen.
Diese Modelle präsentieren eine alternative Version der Geschichte, in der Tiefdruckgebiete mit milderer Luft den befürchteten Wintereinbruch abschwächen.“
Niederschlag gab es bereits zuhauf im November. Vom Monatsbeginn bis Samstag registrierten die Meteorologen 130 Prozent der Regenmenge, die in den November-Monaten 1991 bis 2020 durchschnittlich fiel.
„Der November geht ja noch eine Weile, das kann noch mehr werden“, sagte Herold. Laut Jung „nähern wir uns in den kommenden Tagen langsam dem Winter an“. Die Großwetterlage stelle sich in den nächsten sieben Tagen auf Winterwetter um. Vielleicht gebe es sogar Schnee bis in die Täler zum 1. Advent.
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