Einem Team belgischer und italienischer Wissenschaftler ist ein bedeutender Durchbruch im Verständnis gelungen, warum Menschen bei Ohnmachtsanfällen oder Herzstillständen lebhafte und ungewöhnliche Visionen erleben.
Die Ergebnisse ihrer Studie wurden in der Fachzeitschrift NeuroImage veröffentlicht.
Die Forscher konzentrierten sich auf die Untersuchung der Gehirnfunktion in Zuständen, die mit Bewusstseinsverlust einhergehen. Dazu führten sie ein Experiment mit 27 gesunden Freiwilligen durch.
Die Wissenschaftler verursachten einen vorübergehenden Bewusstseinsverlust durch Methoden wie Hyperventilation, Orthostase (plötzliche Veränderung der Körperposition) und Valsalva-Manöver (eine spezielle Atemtechnik).
Nachdem sie das Bewusstsein wiedererlangt hatten, wurden die Freiwilligen gebeten, alle ungewöhnlichen Erinnerungen oder Visionen zu beschreiben, die sie erlebt hatten.
Durch hochpräzise Überwachung der Gehirnaktivität (High-Density-EEG) entdeckten die Forscher, dass bei einigen Teilnehmern während der Ohnmacht bestimmte Bereiche des Gehirns aktiv wurden, was zu Visionen führte, die Nahtoderfahrungen ähnelten.
Diese Visionen enthielten oft mystische Elemente und ein Gefühl der Transzendenz.
Die Analyse ergab, dass diese Visionen mit einer erhöhten Aktivität der Delta-, Theta- und Beta-Gehirnwellenbänder in Regionen verbunden waren, die für die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung verantwortlich sind.
Darüber hinaus wies das Gehirn innerhalb dieser Bänder eine hohe Komplexität und Konnektivität auf, was möglicherweise die Lebhaftigkeit und Intensität dieser Erfahrungen erklärt.
Diese Studie legt nahe, dass das Bewusstsein durch Ausbrüche neuronaler Aktivität gestört werden kann, was zu ungewöhnlichen und intensiven Erfahrungen führt, die Nahtodphänomenen ähneln.
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