
Der Gnostizismus entstand in den frühen Jahrhunderten des Christentums als eine zutiefst verstörende Interpretation der Existenz. Er stellte nicht nur die Lehre in Frage, sondern die Legitimität der Welt selbst.
Während die sich entwickelnde Kirche lehrte, die Schöpfung sei gut und von einem Gott geordnet, legte der Gnostizismus nahe, dass die Realität grundlegend falsch sei und von einer Macht beherrscht werde, die niemals hätte herrschen dürfen. Von Guy Anderson
Im Zentrum des gnostischen Glaubens stand die Gnosis, eine Form des Wissens, die nicht offen gelehrt und nicht von Autoritäten aufgezwungen werden konnte. Sie wurde als Erkenntnis statt als Lernen und als langsames Eingeständnis dargestellt, dass etwas Wesentliches verborgen geblieben war.
Dem gnostischen Denken zufolge waren die Menschen nicht von dieser Welt, sondern trugen einen Teil einer höheren Wirklichkeit in sich, verborgen unter Fleisch, Routine und erzwungener Unwissenheit. Man glaubte jedoch, dass die meisten Menschen sich dessen nie bewusst werden würden.
Die materielle Welt selbst wurde mit Misstrauen betrachtet – gnostische Texte beschreiben sie als verzerrt, bedrückend und als einen Ort, der von Verfall, Wiederholung und Zwang geprägt ist. Die Schöpfung wurde nicht dem höchsten Gott zugeschrieben, sondern einem untergeordneten Wesen, oft dem Demiurgen.
Dieser Schöpfer wurde als beschränkt und autoritär dargestellt, überzeugt von seiner eigenen Überlegenheit und verpflichtet, den Wesen, die er in der Materie gefangen hielt, Gehorsam zu gebieten. Recht, Ordnung und Moralsysteme wurden weniger als Ausdruck des Guten denn als Mechanismen der Kontrolle verstanden.
Traditionelle Lesarten der Heiligen Schrift wurden umgekehrt, und Definitionen göttlicher Exklusivität wurden als Zeichen von Unsicherheit interpretiert. Gebote wurden als Instrumente der Kontrolle gelesen, und Anbetung wurde als fehlgeleitete Loyalität gegenüber einem Herrscher umgedeutet, der Macht mit Göttlichkeit verwechselte.
Der wahre Gott, so behaupteten die Gnostiker, sei fern, unerkennbar und völlig abwesend von den Strukturen, die die sichtbare Welt beherrschten.
Jesus spielte in diesem System eine beunruhigende Rolle und wurde nicht als Opfer zur Wiederherstellung der Ordnung verstanden, sondern als Eindringling in eine feindselige Realität. Sein Zweck, so die Gnostiker, war die Vermittlung von Wissen, das den Bann der Unwissenheit brechen konnte.
Er sprach in Rätseln, nicht um alle zu erleuchten, sondern weil nur wenige zum Verständnis fähig waren. Für manche Gnostiker war die Vorstellung, dass eine solche Gestalt einen physischen Körper vollständig bewohnen konnte, unannehmbar, da dies die Unterwerfung unter eben jenes System implizierte, das er entlarven wollte.
Gnostische Schriften spiegeln diese Spannung wider – sie sind spärlich, introspektiv und oft bewusst schwer verständlich. Anstatt öffentliche Ereignisse zu schildern, konzentrieren sie sich auf Unterweisung, inneren Dialog und Transformation. Erlösung wird nicht als Vergebung, sondern als Befreiung dargestellt, und das Ziel ist nicht die Versöhnung mit der Welt, sondern die Befreiung von ihr.
Für die frühe Kirche waren diese Ideen unerträglich, da sie die Güte der Schöpfung untergruben, die Autorität religiöser Führer leugneten und nahelegten, dass die meisten Gläubigen nicht erlösungsfähig seien. Der Gnostizismus bot keine stabile Gemeinschaft, keine universelle Lehre und keine Gewissheit.
Er implizierte, dass die Wahrheit gefährlich, ungleich verteilt und potenziell destabilisierend für die Gesellschaft selbst sei. Daraufhin folgte die Unterdrückung, und gnostische Texte wurden entweder vernichtet oder vergraben.
Die Wiederentdeckung gnostischer Schriften im 20. Jahrhundert enthüllte, wie radikal diese Ideen tatsächlich waren. Sie zeigten ein frühes Christentum, das von der Möglichkeit geplagt wurde, dass die Welt kein Ort göttlicher Fürsorge, sondern ein System der Kontrolle sei und dass Unwissenheit, nicht die Sünde, das primäre Instrument der Herrschaft darstelle.
Der Gnostizismus ist beunruhigend, weil er weder Trost spendet noch Gerechtigkeit in der Geschichte oder Sinn im Leid verspricht.
Stattdessen wirft er die Frage auf, ob die Existenz selbst ein Irrtum ist, ob Autorität grundsätzlich fragwürdig ist und ob Erwachen den Verlust der Zugehörigkeit bedeuten kann.
Er hinterlässt ein schwer zu lösendes Unbehagen – die Vorstellung, dass das Gefängnis real sein könnte und die meisten Insassen es nie erfahren werden…
Das schreibt Guy Anderson der Autor von Tesla & The Cabbage Patch Kids und Rise of the Clones: The Cabbage Patch Babies
Mehr über die echte gefälschte Geschichte lesen Sie im Buch „Die Schlammflut-Hypothese“ und mehr über die Alte Welt Ordnung in „Die Welt-Illusion“ oder über die Innere und Flache Erde in „DUMBs 2“ oder die Eiswand und die Gefallenen Engel in „Antarktis: Hinter der Eiswand“ sowie über „Die vergessene Welt der Riesenbäume“








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