
Ein führender Informatiker glaubt, dass eine der umstrittensten Theorien der modernen Wissenschaft das Christentum eher stärken als untergraben könnte.
Rizwan Virk, der Informatik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) studierte, argumentiert, dass, wenn sich eines Tages herausstellen sollte, dass die Menschheit in einer Computersimulation lebt, dies die Bibel nicht widerlegen, sondern vielmehr eine moderne Erklärung für viele ihrer zentralen Lehren liefern würde.
Die Simulationshypothese besagt, dass das, was Menschen als physikalische Realität wahrnehmen, in Wirklichkeit eine künstliche Welt ist, die von einer hochentwickelten Intelligenz erzeugt wird, ähnlich wie ein immens ausgeklügeltes Videospiel.
„Die Religionen versuchten uns zu sagen, dass es sich um eine Art Simulation handelt und dass die Seele der Spieler in diesem Spiel ist“, sagte Virk gegenüber der Daily Mail.
Laut Virk fügen sich viele der Kernüberzeugungen des Christentums nahtlos in dieses Rahmenwerk ein. Er glaubt, dass die Seele außerhalb der simulierten Welt als der wahre „Spieler“ existiert, während der menschliche Körper als ihr Avatar fungiert.
Seiner Ansicht nach gleicht das biblische Buch des Lebens einer vollständigen Aufzeichnung aller Handlungen innerhalb der Simulation, während die Lebensrückschau, von der viele Nahtoderfahrene berichten, das Wiedererleben dieser aufgezeichneten Ereignisse nach dem Tod widerspiegelt.
Virk verglich außerdem den Schöpfungsbericht der Genesis, in dem Gott das Universum erschuf, mit der Art und Weise, wie moderne KI-Systeme durch einfache Eingaben virtuelle Welten generieren.
„Ich denke also, dass es wahrscheinlicher ist, dass wir uns in einer simulierten Welt befinden, wenn das Christentum wahr ist, oder auch wenn irgendeine der anderen Religionen im Wesentlichen wahr ist“, sagte er.
Die Theorie hielt 2003 Einzug in die breite wissenschaftliche Debatte, als der Oxforder Philosoph Nick Bostrom argumentierte, dass es statistisch plausibel werde, dass die Menschheit bereits in einer solchen Simulation lebe, wenn zukünftige Zivilisationen in der Lage seien, Simulationen zu erstellen, die von der Realität nicht zu unterscheiden seien.
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