
El Niño hat sich im vergangenen Monat deutlich verstärkt und wird sich voraussichtlich bis Ende 2026 noch intensivieren. Die Meteorologen der NOAA warnen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Klimaphänomen zu den stärksten El-Niño-Ereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen könnte, nun bei 81 % liegt.
(Titelbild: Wasser dehnt sich bei Erwärmung aus, wodurch der Meeresspiegel ansteigt. Der hier vom 1. bis 10. Juni 2023 dargestellte, ungewöhnlich hohe Meeresspiegel im tropischen Pazifik ist ein typisches Merkmal von El Niño)
Laut dem neuesten ENSO Diagnostic Discussion, der am 9. Juli vom Climate Prediction Center (CPC) der NOAA veröffentlicht wurde, hat sich El Niño im vergangenen Monat deutlich verstärkt und wird sich voraussichtlich bis zum Ende des Jahres 2026 weiter intensivieren.
Die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis zum Frühjahr 2027 anhält, liegt nun bei 97 %. Modellprognosen deuten zudem auf eine Wahrscheinlichkeit von 81 % hin, dass sich das Ereignis im Zeitraum Oktober bis Dezember zu einem sehr starken El Niño entwickeln wird und damit möglicherweise zu den stärksten Ereignissen seit Beginn verlässlicher Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählt.
Die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik haben sich im vergangenen Monat weiter erwärmt. In einem breiten Gebiet des Pazifiks werden nun Anomalien der Meeresoberflächentemperatur von über +1,0 °C (+1,8 °F) verzeichnet, während der jüngste wöchentliche Niño-3.4-Index +1,2 °C (+2,2 °F) erreichte.


Die stärkste Erwärmung konzentriert sich weiterhin auf den östlichen Pazifik, wo in der Niño-1+2-Region +2,7 °C (+4,9 °F) gemessen wurden. In der Niño-4-Region im westlichen Pazifik wurden hingegen +0,5 °C (+0,9 °F) registriert.
Die Erwärmung unter der Meeresoberfläche nahm ebenfalls zu, da eine kürzlich aufgetretene abwärts gerichtete Kelvin-Welle die Sprungschicht vertiefte und wärmeres Wasser nach Osten transportierte, wodurch der anhaltende El Niño verstärkt wurde.


Parallel zur Erwärmung der Ozeane haben sich die atmosphärischen Bedingungen verschärft. Meteorologen beobachteten Anomalien westlicher Winde in Bodennähe über dem westlichen und zentralen äquatorialen Pazifik, Anomalien östlicher Winde in der oberen Atmosphäre, verstärkte Gewitteraktivität über dem zentralen und ostzentralen Pazifik sowie eine verminderte Konvektion über Indonesien.
Auch die traditionellen Indikatoren der Südlichen Oszillation blieben stark negativ, was zusätzliche Beweise dafür liefert, dass Ozean und Atmosphäre nun eng miteinander verbunden sind – ein Kennzeichen eines sich verstärkenden El Niño.
Die Prognosemodelle des North American Multi-Model Ensemble (NMME), einschließlich des Climate Forecast System Version 2 (CFSv2) der NOAA, prognostizieren übereinstimmend eine weitere Erwärmung bis zum Ende des Jahres.



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