
Wissenschaftler entdeckten, dass Bäume möglicherweise als eine Art „lebendes Kollektiv“ fungieren, nachdem sie Fichten in den italienischen Dolomiten während einer Sonnenfinsternis im Jahr 2022 beobachtet hatten, die ihre bioelektrischen Signale synchronisierten.
Mithilfe spezieller Sensoren, die an lebenden Bäumen und sogar alten Baumstümpfen angebracht wurden, zeichneten die Forscher Stunden vor Beginn der Finsternis koordinierte Veränderungen der elektrischen Aktivität auf.
Diese vorausschauende Reaktion war bei älteren Bäumen am deutlichsten ausgeprägt, die stärkere Signale zeigten. Das internationale Forschungsteam maß bioelektrische Potenziale – Spannungsänderungen innerhalb von Zellen, die durch Ionenflüsse über die Zellmembranen hervorgerufen werden – und fand so Hinweise auf eine scheinbar koordinierte Kommunikation zwischen den Bäumen im gesamten Waldökosystem.
Obwohl wir schon lange wissen, dass Pflanzen auf Umweltveränderungen reagieren, deutet die vorausschauende Natur dieser synchronisierten elektrischen Signale auf ein komplexeres Wahrnehmungs- und Kommunikationsnetzwerk hin als bisher angenommen.
Die stärkeren Signale in älteren Bäumen lassen darauf schließen, dass diese eine entscheidende Rolle für die Widerstandsfähigkeit und Kommunikation des Waldes spielen und als potenzielle „Wissensbewahrer“ innerhalb des Ökosystems fungieren könnten.
Diese Forschung liefert überzeugende Beweise dafür, dass Wälder nicht nur als Ansammlungen einzelner Organismen funktionieren, sondern als voneinander abhängige Systeme mit Eigenschaften, die auf kollektiver Ebene entstehen.
Dies ist zwar intuitiv einleuchtend, entspricht aber nicht vollständig unserem gängigen Denken.
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