🌋 ⚠️ Supervulkan in Italien: Der nächste Erdstoß könnte noch viel mehr Schaden anrichten

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Zwei Tage nach dem Erdbeben der Stärke 4,7 am Supervulkan der Phlegräischen Felder werden die Schäden bilanziert: 350 Menschen sind obdachlos, da sie aufgrund der starken Erschütterungen ihre Häuser verlassen mussten.

An die 30 Menschen wurden verletzt, zwei lebensgefährlich. Lait il mattino sind zehn Gebäude, sieben Gewerbebetriebe sowie das ehemalige Olivetti-Gelände, ein Businesskomplex, nicht bewohn- bzw. nutzbar. Die wichtige Straße Via Montagna Spaccata wurde gesperrt – hier war am Sonntag ein Fels auf ein Auto gestürzt.

Der Forscher Giuseppe Di Natale ordnet im Interview mit dem Messagero das Erdbeben vom Samstagabend als historisch ein: „Ein Erdstoß dieser Intensität hat unseres Wissens in den vergangenen 500 Jahren noch nie stattgefunden.“ Der letzte Ausbruch in den Phlegräischen Feldern 1538 kündigte sich mit zahlreichen Erdbeben an.

Viele Gebäudeschäden nach Beben: Der nächste Erdstoß könnte noch viel mehr Schaden anrichten

Außerdem ist der Monte-Olibano-Tunnel der Metro von Neapel nach Pozzuoli erheblich beschädigt und gesperrt, kein Zug fährt. Der Tunnel war bereits nach dem Beben im Juli vorigen Jahres bis Januar 2026 geschlossen. Auch die Tunnel der S-Bahnlinie zwischen Pozzuoli und Nepale sind gesperrt wegen Inspektionen nach dem Beben.

In Pozzuoli protestierten am Montag Anwohner vor dem ebenfalls gesperrten römischen Flavischen Amphitheater, wo Kulturminister Alessandro Giuli die archäologische Stätte nach dem schweren Erdbeben der Stärke 4,7 besuchte.

Sie beklagten, vier Tage lang im Stadtteil Solfatara ohne Trinkwasser auskommen zu müssen. Auch gegen den Minister selbst richtete sich heftiger Protest. Das Gesundheitsamt von Pozzuoli ist nicht betriebsfähig. Es gibt Berichte über Plünderungen. Das Polizeipräsidium von Neapel hat daher eine Sondereinheit zur Bekämpfung von Plünderungen eingerichtet. Ein Mann wurde bereits festgenommen.

Bereits Anfang der 70er Jahre und in den 80er Jahren hatte es solche Phasen von Erdbeben und Bodenhebung gegeben. Ein Anwohner hat ein Video ihres verwüsteten Hauses bei Facebook gepostet und schreibt: „Ich habe die Krise von 1970 miterlebt, dann die der 80er Jahre.

Diesmal ist es nicht dasselbe, diesmal ist der Schaden groß, sehr groß. Viele Mitbürger werden nie wieder in ihre Häuser zurückkehren – nicht, weil sie vorsorglich evakuiert wurden, sondern weil ihr Zuhause zerstört, unwiederherstellbar und komplett abzureißen ist.“

Am Hang des Solfatarakraters, unter dem das Beben stattfand, löste sich eine heftige Gesteinslawine, die neben Wohnhäusern auf einen Parkplatz niederging. Der Felshang war zwar mit Metallankern gesichert worden, doch die waren zu schwach. Gitarre sollen nun klären, ei die Felswand künftig befestigt werden kann.

Doch was den Menschen am meisten Angst macht, ist das nächste Erdbeben, das noch stärker ausfallen könnte. Seit drei Jahren ist die Magnitude stetig gewachsen. Das staatliche Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) spricht davon, dass ein Beben der Stärke 5,1 möglich ist. Das wäre die vierfache Menge Energie, die dabei freigesetzt würde.

Der Vulkanologe Giuseppe Mastrolorenzo erklärt im Interview mit pozzuolinews24 und geht auf das Phänomen des Bradysismus ein, das der Supervulkan in der riesigen Caldera verursacht – die Senkung und Hebung des Bodens, die in einem Ausbruch enden könnte: „Ich habe stets betont, dass wir mit Erdbeben von größerer Intensität als den bisher registrierten rechnen müssen.

Der Boden hebt sich weiterhin um etwa einen Zentimeter pro Monat, und auch der Gasausstoß hat deutlich zugenommen. Diese Faktoren belegen, dass die Krise bis jetzt nicht vorbei ist.“ Auch der Forscher Giuseppe di Natale warnt vor weiteren Naturkatastrophen, bis zu einer Eruption des Supervulkans.

Der Leiter der nationalen Zivilschutzabteilung des Innenministeriums, Fabio Ciciliano, hatte im Februar vorigen Jahres auf die Frage eines Bürgers, was bei einem Beben der Stärke 5,0 passieren würde, gesagt: „Bei einer Erschütterung fünften Grades stürzen Gebäude ein und Menschen sterben, so läuft das.“

Ein User schreibt bei Facebook: „Angesichts dieses Szenarios stellt der derzeitige Zustand der privaten Gebäude in diesem Gebiet ein vorhersehbares Todesurteil dar. Ein Beben dieser Stärke würde den Einsturz der meisten Wohnhäuser zur Folge haben und ein vermeidbares Massaker verursachen.“ Er verweist auf Technologien, um private Gebäude widerstandsfähig gegen solche Belastungen zu machen.

„Die Regierung hat die moralische, zivile und politische Pflicht, unverzüglich zu handeln und einen außerordentlichen Plan zur Erdbebensicherung für den gesamten privaten Gebäudebestand in der Region zu finanzieren. Diese Warnung zu ignorieren bedeutet, die volle und bewusste Verantwortung für die Menschenleben zu übernehmen, die unweigerlich verloren gehen werden.“

Nach den Beben der vergangenen Jahre wurden nach über 10.000 Begehungen und dem Einsatz von 300 Fachleuten rund 700 Häuser mit hohem Risiko identifiziert.

Für deren beben­sichere Sanierung sieht der Staat eine Kostenerstattung von 50 Prozent vor. berichtet Lorenzo Benedetto, Präsident der Geologenkammer von Kampanien, gegenüber dem Corriere della Sera. Wie hoch die Kosten einer solchen Sanierung sind, sagt er nicht.

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