⚠️ Erdbeben auf Teneriffa: Was müssen Urlauber im Ernstfall tun?

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Die Kanarische Insel Teneriffa verzeichnet jährlich mehr als 1000 Erdbeben. Experten geben Empfehlungen, wie sich Urlauber im Ernstfall verhalten sollten.

Der bekannte Zoo Loro Park, schwarze Sandstrände und sommerliche Temperaturen: Teneriffa, die größte Insel der Kanaren, ist bei vielen Urlaubern ein beliebtes Reiseziel.

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, den man im Teide Nationalpark noch immer erleben kann. Dort können Wanderer zwischen Vulkangestein, reicher Flora und Fauna unterwegs sein oder den gleichnamigen Berg erkunden. Dieser ist 3715 Meter hoch und bildet mit dem danebenliegenden Vulkan Pico Viejo das jüngste Vulkansystem Teneriffas, informiert die Plattform volcanesdecanarias.org.

Historisch gesehen ist die vulkanische Aktivität eng mit der Seismizität der Insel Teneriffa verknüpft. Laut dem Insitutu Geográfico Nacional (IGN) weist die größte Kanareninsel durchschnittlich 1000 bis 1200 Erdbeben pro Jahr auf, womit sie die aktivste Insel des Archipels ist.

Zwar wird die vulkanische Aktivität auf Teneriffa nach Angaben des Auswärtigen Amts (AA) intensiv wissenschaftlich überwacht, doch Naturkatastrophen wie Erd- und Seebeben oder gar Vulkanausbrüche sind nicht verlässlich vorhersagbar. Wie viele Erdbeben gibt es zuletzt auf Teneriffa? Was müssen Urlauber daher beachten, wenn sie auf Teneriffa sind und was gilt in einem Ernstfall?

Erdbeben auf Teneriffa: Wie oft kommt es zu Erschütterungen?

Im August 2026 wurden insgesamt 135 Erdbeben in der Nähe der Kanarischen Inseln registriert, informiert das IGN in seinem monatlichen Vulkanüberwachungsbericht. Das stärkste Beben mit einer Magnitude von 3,6 ereignete sich am Mittwoch, 26. August 2026, um 17.37 Uhr (UTC) und hatte sein Epizentrum im Meer, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Teneriffa in einer Tiefe von 34 Kilometern. In der darauffolgenden Woche ereigneten sich im selben Gebiet 16 Nachbeben mit geringerer Stärke.

Auch im Landesinneren von Teneriffa wurden im August 2026 38 Erdbeben mit Magnituden zwischen 0,5 und 1,7 und einer maximalen Tiefe von 27 Kilometern registriert.

Die meisten davon ereigneten sich in den Gemeinden La Orotava, Santiago del Teide, Vilaflor und Arico. In der wöchentlichen Übersicht der Erdbeben- und Vulkanüberwachung für Teneriffa vom 2. Oktober, stellte das vulkanologische Informationssystem Guayota 40 Erdbeben fest. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,4.

Für Reisende besteht jedoch aktuell keine Gefahr, denn diese Beben dürften zu schwach und zu tief gewesen sein, um sie an der Erdoberfläche zu spüren. Wie der Schweizerische Erdbebendienst mitteilt, können Erdbeben ab einer Magnitude von 2,5 spürbar sein, aber nur in der Nähe des Epizentrums.

Ab Magnitude 3 werden Beben verbreitet gespürt. Erdbeben mit Magnituden zwischen 4 und 5 können in einem Umkreis von 100 bis 200 Kilometern wahrgenommen werden. Ab Magnitude 5 sind es unter Umständen mehrere hundert Kilometer, so der Schweizerische Erdbebendienst. Aufgrund der geringen Magnituden konnte das IGN in seinen Analysen vom August 2026 keine signifikanten Bodenverformungen auf Teneriffa feststellen.

Doch was müssen Urlauber im Fall eines Erdbebens auf Teneriffa tun? Das AA gibt Hinweise, wie sich Reisende auf Teneriffa im Allgemeinen verhalten sollten:

Medienberichterstattung verfolgen,

aktuelle Wetterwarnungen im Blick behalten, etwa über das Warnsystem MeteoAlarm, und

Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Rettungs- und Sicherheitskräfte beachten und befolgen.

Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) gibt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zudem Empfehlungen, wie sich Personen bei Reisen in erdbebengefährdeten Regionen verhalten sollten. Hierzu zählen als vorsorgende Maßnahmen:

Die offizielle Informationsquelle für Erdbebeninfos im Reiseland recherchieren und abspeichern. Für Teneriffa kann die Aktivität über die folgende Webseite verfolgt werden: Erdbeben-Viewer für die Kanarischen Inseln.

Wer eine Auslandsreise oder einen Daueraufenthalt im Ausland plant, kann sich bei der Elektronischen Erfassung Deutscher im Ausland (ELEFAND) registrieren. Mit der Eintragung in diese Krisenvorsorgeliste schaffen Reisende die Voraussetzung, dass sie im Krisen- oder Katastrophenfall von der Auslandsvertretung schnell informiert werden können.

Reisende sollten die Telefonnummern der Polizei und Feuerwehr auf Teneriffa kennen. Laut der Tourismusseite webtenerife.de gilt als zentrale Notrufnummer die 112.

Eine Notversorgung für mindestens drei Tage vorbereiten. Hierzu zählen Wasser, Medikamente, Lebensmittel, Hygieneprodukte, Taschenlampe, geladene Powerbank, Bargeldreserve sowie eine Erste-Hilfe-Tasche.

Laut GFZ ist es nicht ungewöhnlich, dass Einwohner und Reisende in seismisch aktiven Gegenden gelegentlich kleinere Erdbeben verspüren.

Diese würden im Normafall keine oder nur geringe Schäden verursachen. Doch sollten die Erschütterungen stark zunehmen oder lange anhalten, dann ist ein schnelles Handeln vonnöten. Laut GFZ vergehen zwischen den ersten Erschütterungen und den dann stärkeren Beben häufig nur wenige Sekunden. Tritt dieser Fall ein, ist den lokalen Anweisungen vor Ort auf jeden Fall Folge zu leisten.

Für die Zeit während eines Erdbebens gibt das GFZ die folgenden Empfehlungen.

Verhalten in Gebäuden:

Im Haus bleiben (es sei denn, man befindet sich in der Nähe einer Außentür im Erdgeschoss mit direktem Zugang ins Freie)
Sich unter ein stabiles Möbelstück hocken oder nah an eine tragende Innenwand stellen

Kopf und Gesicht mit den Armen schützen

Nicht ins Treppenhaus gehen

Nicht in eine enge Straße hinauslaufen

Keinen Fahrstuhl benutzen

Verhalten im Freien:

Einen freien Platz aufsuchen

Sich von Gebäuden, Straßenlaternen, Versorgungsleitungen, Überführungen und Bäumen wegbewegen

Autofahrer sollten sofort an den Straßenrand steuern, während der Erschütterungen im Auto bleiben und das Radio einschalten

Sich nicht an Steilhängen aufhalten, da die Gefahr von Erdrutschen oder Steinschlägen besteht

In Küstenregionen von Küstenwegen und Flüssen fernbleiben. Auf Tsunami-Alarm achten, etwa in Form von Sirenen oder Pushnachrichten. Bei lang anhaltenden Erschütterungen über 60 Sekunden auch selbstständig höher gelegene Bereiche aufsuchen.

Hinweis: das GFZ weist darauf hin, dass für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen keine Haftung übernommen wird.

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