
Ein 43-Jähriger aus Bad Tölz baute im August innerhalb von vier Wochen ein illegales Holzhaus im Jachenauer Wald.
Forstmitarbeiter stießen zufällig auf den Bau, ein Überwachungsfoto mit vermeintlicher Waffe alarmierte die Polizei.
Dem Mann drohen Verfahren wegen Verstößen gegen Naturschutz-, Bau- und Waffenrecht sowie Sachbeschädigung.
Bereits über ein Jahr vor der Entdeckung des fertigen Gebäudes fiel ein mit Plane und Laub abgedeckter Bretterstapel am Forstweg auf. Gut einen Kilometer entfernt, in schwer zugänglichem Terrain, bereitete der Unbekannte seinen Bauplatz vor.
In mühevoller Arbeit trug er das gesamte Material zu Fuß dorthin – Brett für Brett, dazu die massive Tür und die Fenster. Laut Polizeiermittlungen fanden die Transporte ausschließlich nachts statt. Die eigentliche Errichtung des Hauses mit einer Grundfläche von 4,5 auf 3,5 Metern dauerte im August vier Wochen.
Den Bausatz hatte der Mann für 5000 Euro im Internet bestellt. Dass er zweistöckig baute, hatte einen pragmatischen Grund: Längere Bretter passten schlicht nicht in seinen Kleinwagen. Bei der Überwachung tauchte wiederholt derselbe Mann in Survival-Kleidung auf, dem schließlich ein Fahrzeug zugeordnet werden konnte. Ein Foto, das eine vermeintliche Waffe zeigte, ging zur Auswertung ans Landeskriminalamt.
Die Tölzer Polizei erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 43-Jährigen. „Wir haben ihn hier mit den Bildern aus dem Wald konfrontiert“, erklärte Polizeichef Johannes Kufner.
Der Mann räumte den Besitz erlaubnisfreier Schusswaffen ein, darunter historische Vorderladerwaffen. „Er darf sie aber nicht führen“, so Kufner. Auch eine Armbrust wurde sichergestellt. „Dass ihm die Waffen nur zur Verteidigung dienten“, habe der Beschuldigte angegeben – das Haus sei als „Rückzugsort“ gedacht gewesen.
Die Jachenau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und liegt in einem abgeschiedenen Tal südlich des Walchensees.
Illegaler Bau muss abgerissen werden – Prepper-Szene im Fokus
„Der Bau muss wieder weg“, stellte Robert Krebs, Leiter des Tölzer Forstbetriebs, klar. Details zum Rückbau müssten noch geklärt werden, zunächst warte man das Ende der Ermittlungen ab.
Die Kosten dürften voraussichtlich dem Verursacher auferlegt werden. Funde bei der Wohnungsdurchsuchung legen nach Polizeiangaben eine Zugehörigkeit zur Prepper-Szene nahe. Ein Zusammenhang mit dem im vergangenen Sommer im Karwendel entdeckten Prepper-Lager wurde geprüft und ausgeschlossen. „Bei uns bleibt nichts unentdeckt“, betonte Kufner.










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