🗺️ 📌 Gefälschte Geschichte: Die Tartaria- und Hyperborea-Connection

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Im Mai 1702 wüteten Flammen in Uppsala, genau zu einer Zeit, als Olof Rudbecks Untersuchungen zu einer uralten nordischen Zivilisation noch nicht abgeschlossen waren. Von Guy Anderson

Seine Privatbibliothek verbrannte, Manuskripte gingen verloren, und Tausende von gravierten Druckstöcken wurden zerstört, noch bevor sie ihren Zweck erfüllen konnten.

Material, das für seine Publikationen vorbereitet worden war, lagerte in der Kathedrale – und geriet so in die Reichweite des sich ausbreitenden Feuers, wodurch die Arbeit von Jahren bedroht wurde. Rudbeck verstarb noch im selben Jahr. Zurück blieben einige erhaltene Bücher, aber auch Lücken, die kein späterer Forscher jemals vollständig schließen konnte.

Unter den verbliebenen Zeugnissen findet sich eine Darstellung der nordischen Geschichte, die Skandinavien mit Hyperborea und Skythien verknüpft und einen Hinweis auf die mögliche Abstammung der Tartarei liefert.

Rudbeck war ein schwedischer Anatom, Professor und Ingenieur, der sich der Geschichtsforschung mit demselben Forscherdrang widmete, der auch seine medizinische Arbeit antrieb.

Er trug dazu bei, die Funktionsweise des Lymphsystems zu entschlüsseln, legte einen botanischen Garten an und errichtete unter der Kuppel des „Gustavianum“ in Uppsala ein anatomisches Theater. Sein geschichtswissenschaftliches Großprojekt, die Atlantica, zielte auf weit mehr ab, als lediglich die Taten schwedischer Könige zu dokumentieren oder lokale Legenden zu sammeln.

Auf Tausenden von Seiten vertrat er die These, dass Skandinavien eine Art Urheimat gewesen sei, von der aus sich Völker in weit entfernte Gebiete ausbreiteten. Griechen, Skythen, Goten und andere antike Völkerschaften fügten sich in ein Geschichtsbild ein, das den Norden an den Anfang eines weitreichenden zivilisatorischen Prozesses stellte.

Hyperborea ist ein unmittelbarer Bestandteil dieser Erzählung; es erscheint unter den antiken Identitäten, die Rudbeck mit seiner skandinavischen Heimat in Verbindung brachte.

  

Eine erhalten gebliebene frühe Zusammenfassung verknüpft Schweden, Skythenland, Thule und die Insel der Hyperboreer in ein und demselben geografischen Argument. Rudbeck versuchte, die Orte hinter den antiken Berichten zu verorten, indem er schriftliche Beschreibungen mit Flüssen, Bergen, Küstenlinien und geografischen Bezeichnungen abglich, die bis heute in der Landschaft fortbestehen.

Dies verleiht der Verbindung zu Hyperborea eine greifbarere Grundlage für weitere Untersuchungen – weit über eine vage Assoziation mit Schnee, Nordlichtern oder entlegenen Polarlandschaften hinaus. Sein Werk dokumentiert den Versuch, eine nordische Urheimat mithilfe der physischen Geografie zu rekonstruieren, wobei Skandinavien eine zentrale Stellung innerhalb der überlieferten Spuren einnimmt.

Für meine Forschungen zu Tartarien ist insbesondere die postulierte Wanderung von Menschen und Wissen aus dem Norden von Bedeutung. Es ist denkbar, dass das spätere Reich Teile einer weitaus älteren Zivilisation erbte, wobei Hyperborea ein früheres Kapitel dieser Geschichte darstellt.

Dessen Nachfahren könnten Bautraditionen, religiöse Vorstellungen und technisches Wissen in Gebiete getragen haben, die später andere Namen erhielten. Rudbecks Ausführungen zum Skythenland bieten einen Ansatzpunkt für diese Untersuchung – auch wenn ich bislang keine Stelle gefunden habe, an der er Skandinavien explizit mit Tartarien gleichsetzt.

Es geht hier um die Erforschung einer verwandtschaftlichen Verbindung zwischen nordischen Zivilisationen – ein Erbe, das möglicherweise lange fortbestand, nachdem sich die ursprüngliche Heimat bereits gewandelt hatte.

Eines seiner verblüffendsten Argumente verknüpfte die Phönizier über die aus Schweden eingewanderten Skythen mit der nordischen Familiengeschichte. Dies führte seine Rekonstruktion von Skandinavien ins Mittelmeergebiet und verband weit entfernte Völker mit einer Heimat, die die meisten Leser wohl nie mit ihnen in Verbindung gebracht hätten.

Sein illustriertes Frontispiz vermittelt dasselbe Ziel durch ein Bild, das wie geschaffen scheint für die moderne Suche nach verborgener Geschichte. Rudbeck steht neben einem Globus mit einem Skalpell, schneidet in die mit Schweden markierte Oberfläche und legt Insula Deorum, die Insel der Götter, frei. Antike Schriftsteller versammeln sich unter den nördlichen Sternbildern um ihn und beobachten, wie ein Anatom eine weitere Identität unter der vertrauten Weltkarte enthüllt.

Er verfolgte seine Forschung auch anhand von Objekten und Landschaften, untersuchte Bodenschichten um vergrabene Funde und verglich antike Beschreibungen mit tatsächlichen Orten.

Studenten untersuchten alte Gebäude, und Messungen nordischer Gebirge flossen in seine Versuche ein, die in den klassischen Berichten überlieferte Geografie zu rekonstruieren. Schweden bietet noch immer gewaltige Bauwerke, die in die Tartarenforschung einbezogen werden können, insbesondere die Bastionen um die Zitadelle von Landskrona.

Breite Gräben, kantige Erdwälle und vorspringende Verteidigungsstellungen umgeben die zentrale Festung und offenbaren ihre gesamte Anlage am deutlichsten aus der Vogelperspektive. Ihre Geometrie lädt zum Vergleich mit den in anderen Ländern verstreuten Sternfestungen ein und verleiht der nördlichen Verbindung etwas, das sich messen, kartieren und anhand aufeinanderfolgender Veränderungen nachvollziehen lässt.

Das Ausmaß des Vorhabens wird vor der Küste noch deutlicher: Dort bildete die künstliche Insel Gråen einen weiteren Bestandteil des Verteidigungssystems von Landskrona.

Der Bau begann vermutlich 1748 und dauerte 40 Jahre an, bevor das unvollendete Projekt eingestellt wurde. Was blieb, ist ein greifbares Zeugnis für die Ressourcen, die in die Umgestaltung dieses Küstenabschnitts flossen. Auch in Uppsala finden sich noch Bastionsanlagen, die mit der dortigen Burg in Verbindung stehen – ein weiterer Aspekt, der die Untersuchung auf die Stadt ausweitet, in der Rudbeck lebte und wirkte.

Im Kontext der „Tartarien-Forschung“ stellt sich die Frage, ob sich hinter den dokumentierten Bau- und Erweiterungsphasen ein älteres, gemeinsames Erbe verbirgt. Um dies zu klären, müssen einzelne Baupläne, Materialien und bauliche Veränderungen genau analysiert werden: Nur so lässt sich feststellen, welche Elemente zusammengehören und welche erst später hinzugefügt wurden.

Ein weiterer bemerkenswerter Anknüpfungspunkt findet sich in Stockholm: die riesige Ausstellung, die 1897 – fast zwei Jahrhunderte nach Rudbecks Tod – auf der Insel Djurgården stattfand. Fotografien zeigen eine gewaltige Industriehalle unter einer großen Kuppel, flankiert von vier turmhohen, minarettartigen Bauten, die das gesamte Ausstellungsgelände dominierten.

In zwei dieser Türme beförderten Aufzüge die Besucher in die Höhe, von wo aus sie einen Blick über die unter ihnen liegenden Pavillons und Wasserwege genießen konnten. Offizielle Pläne dokumentieren die Anordnung der Anlage, während frühe Filmaufnahmen – ergänzend zu den Standfotografien – Einblicke in das Geschehen auf der Ausstellung ermöglichen.

Wer sich mit der monumentalen Architektur im Zusammenhang mit „Tartarien“ befasst, muss Schweden in seine Untersuchungen einbeziehen – ebenso wie die spektakulären Ausstellungen des 19. Jahrhunderts, die an vielen anderen Orten in Europa und Amerika stattfanden.

Die skandinavische Verbindung eröffnet zudem einen Zugang zu diesem Thema, der nicht allein darauf angewiesen ist, halb im Boden versunkene Fenster ausfindig zu machen.

Die Behauptung, dass derartige Merkmale gänzlich fehlten, würde eine weitaus umfassendere Untersuchung von Gebäuden und historischen Straßenniveaus erfordern, als ich sie hier vorgelegt habe. Das bereits vorliegende Material bietet eine andere Konstellation: die Geografie des hohen Nordens, erhaltene Sternfestungen sowie eine in Fotografien und Filmen überlieferte Stadtlandschaft.

Hierbei handelt es sich um konkrete Orte und Zeugnisse, die sich miteinander vergleichen lassen – anstatt zu verlangen, dass in jedem Land exakt dieselben Spuren von Zerstörung oder Wiederaufbau zu finden sein müssen. Skandinavien bewahrt möglicherweise einen anderen Teil dieser Geschichte, insbesondere wenn die dortigen Beziehungen zu Tartarien bis in ein früheres, hyperboreisches Erbe zurückreichen.

Der Brand stellt den schmerzhaftesten Einschnitt in Rudbecks Bemühungen dar, jene nordische Welt wiederzuentdecken; er vernichtete Material, noch bevor Rudbecks letzter Band fertiggestellt war. Allein bei seinem botanischen Publikationsprojekt gingen mehr als 7.000 Druckstöcke verloren – jeder davon repräsentierte eine Arbeit, die sich von der ursprünglichen Druckvorlage nicht mehr reproduzieren ließ.

Die Universitätsbibliothek im „Gustavianum“ blieb zwar verschont, und Exemplare seiner historischen Bände fanden sich andernorts – es blieb also genug erhalten, um seine Argumentation lebendig zu halten. Doch die überlieferten Ausgaben können nicht all jene Anmerkungen, unvollendeten Vergleiche oder Arbeitsmanuskripte ersetzen, die bei der Zerstörung seiner persönlichen Sammlung verloren gingen.

Wir können zwar nach wie vor jene nordische Geschichte lesen, die er noch veröffentlichen konnte, doch die umfassende Untersuchung, die er der Nachwelt hinterlassen wollte, wird uns niemals erreichen.

Andere faszinierende Themen über die verfälschte Geschichte lesen Sie im Bestseller von Guy Anderson:

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Mehr über die echte gefälschte Geschichte lesen Sie im Buch „Die Schlammflut-Hypothese“ und mehr über die Alte Welt Ordnung in „Die Welt-Illusion“ oder über die Innere und Flache Erde in „DUMBs 2“ oder die Eiswand und die Gefallenen Engel in „Antarktis: Hinter der Eiswand“ sowie über „Die vergessene Welt der Riesenbäume“

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