🌪️ ❄️ Polarwirbel droht so früh zu kippen wie nie seit Messbeginn – Monster-El-Niño heizt Winter-Rätsel an

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Rund 30 Kilometer über der Arktis bahnt sich gerade etwas an, das in den Messreihen seit 1958 nicht vorkommt. Von einem Major Warming sprechen wir Meteorologen, wenn der Westwind in der Stratosphäre auf 60 Grad Nord in zehn Hektopascal Höhe komplett auf Ost dreht. Genau das zeigen die Ensembles jetzt für die Zeit vom 4. bis zum 10. November.

Der bisher früheste Fall lag Ende November. Noch ist das eine Prognose, aber alle großen Modelle tragen sie mit. Dazu kommt ein El Niño der Extraklasse:

Der Wochenwert im Pazifik kletterte zuletzt auf plus 3,3 Grad. Solche Ereignisse vertiefen das Aleutentief und schicken mehr planetare Wellen nach oben, die den Wirbel regelrecht ausbremsen.

Warum die Langfristmodelle jetzt Neuland betreten

Die Physik können die Modelle durchaus rechnen, sonst hätten sie diese Störung gar nicht so früh erkannt. Das Problem liegt tiefer. Saisonmodelle werden mit Rückrechnungen vergangener Jahrzehnte geeicht, und einen solchen Fall gibt es darin nicht. Ein Polarwirbel-Bruch Anfang November bei einem derart starken El Niño ist für sie schlicht unbekanntes Terrain.

Hinzu kommt: Der August-Lauf des ECMWF, der Europa einen milden, nassen Winter mit Südwestlage ausgerechnet hat, wusste davon noch nichts. Viel ist er deshalb nicht mehr wert. Ich schaue gespannt auf die neuen November-Läufe, denn erst sie starten mit dem gestörten Wirbel.

Eiswinter oder Totalausfall? Das bedeutet es für Deutschland

Entscheidend ist, ob die Störung aus der Stratosphäre bis in die Troposphäre durchschlägt. Das gelingt grob bei zwei von drei Ereignissen und dauert meist Tage bis Wochen.

Dann schwächelt der Jetstream, Hochdruckblockaden über Nordeuropa werden wahrscheinlicher, und die Tür für Polarluft geht auf.

Im November ist die Arktis aber noch nicht tiefgekühlt, der Wirbel kann sich in der beginnenden Polarnacht rasch erholen, und die warmen Meere heizen zusätzlich mit.

Spannend wird vor allem die zweite Winterhälfte: Unter El Niño steigt die Chance auf weitere Warmings, und im Januar oder Februar würden sie uns deutlich härter treffen.

Wer heute einen Jahrhundertwinter verspricht, lehnt sich genauso weit aus dem Fenster wie jeder, der den Winter schon abschreibt. Sicher ist nur: Dieser Winter kann ganz anders laufen, als die bisherigen Karten behaupten.

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