Nun, nach der Katastrophe, verbreitet sich eine gerade abenteuerliche Theorie:
Ein atomarer Sprengkopf, der auf der türkischen US-Militärbasis „Adana“ bei Incirlik installiert worden sein soll, soll die Tragödie verursacht haben.
Incirlik blieb unversehrt
Angeheizt wird alles dadurch, dass der Militärstützpunkt wie durch ein Wunder intakt geblieben ist, aber auch im Epizentrum der Beben liegt. Demnach soll eine kleinere Atombombe das Erdbeben verursacht hat.
Einigen Berichten zufolge soll „auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Nähe von Adana eine kleine Atombombe gezündet, die ein Erdbeben in der Türkei verursachte“, berichteten türkische Medien – VDTA auf seinem Telegram-Kanal postete.
Auch auf Twitter werden solche Verschwörungstheorien ventiliert:
„…der Abstand zwischen dem Epizentrum (rechter Kreis) und der US/NATO-Umrissbasis (linker Kreis) beträgt weniger als 140 km. Es ist bekannt, dass die US-Regierung bis 2019 mindestens 50 Atombomben auf dieser Basis gelagert hat.
🇺🇸🇹🇷 It should be noted that distance between Earthquake center (right circle) and US/NATO incirlik base (left circle) is less than 140 KM. It is known that US government had been storing at least 50 nuclear bombs in this base until 2019. pic.twitter.com/fkKwgNQdRS
— Mahdi Rizvi (@MehdiRizvi123) February 6, 2023
Ein Beben wie in der Türkei und Syrien: Ganz Deutschland wäre erschüttert worden
Ein Erdbeben der Stärke 7,8! Häuser stürzen ein, als wären sie aus Sand gebaut. Tausende Menschen sind tot, noch mehr verletzt und verschüttet. Straßen sind zerrissen wie ein Stück Papier, Helfer kommen teilweise überhaupt nicht zu den Unglücksorten.
Was, wenn das in Deutschland passiert wäre? Das Erdbeben-Gebiet in der Türkei und in Syrien ist so groß, dass praktisch ganz Deutschland erschüttert worden wäre. Wäre das Epizentrum in der Mitte unseres Landes gewesen, hätte die Erde nur ganz im Süden und ganz im Norden nicht gewackelt.
Städte wie Frankfurt am Main, Stuttgart, Wiesbaden, Dortmund, Würzburg, Mannheim und Hannover hätten das meiste abbekommen und wären stark zerstört worden. Millionen Menschen wären allein in diesen Ballungszentren betroffen gewesen.
Dr. Andreas Schäfer arbeitet am Karlsruher Institut für Technologie. Er postete am Montagabend eine Grafik bei Twitter. Sie zeigte das Ausmaß der Beben-Katastrophe.
„Viele Menschen haben oft kein Gespür dafür, wie groß Erdbeben tatsächlich sind und in Folge auch das von ihnen betroffene Gebiet“, sagt der Erdbeben-Experte.
Die Schäden erstrecken sich über eine Region von Iskenderun bis Malatya und darüber hinaus. Dazwischen liegen über 250 km – das ist fast die Strecke von Köln nach Stuttgart.
Das sind jedoch nur die am stärksten betroffenen Gebiete. Opfer und Schäden gibt es auch darüber hinaus – z.B. in Latakia (Syrien) und Elazig (Türkei), zwischen diesen Städten liegen ca. 460 km. Also fast die Strecke von München nach Berlin.
Mir ist Wissenschaftskommunikation sehr wichtig und ich versuche, bei Gelegenheit, mit einfachen Worten und Vergleichen Dinge greifbarer zu machen.“
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