Der Brücken-Einsturz von Dresden ließ die Erde beben! Das beweisen jetzt seismografische Aufzeichnungen aus der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch.
Den deutlichsten Ausschlag zeigte eine Station des Geonetzwerks „Raspishake“. Rund zehn Sekunden bebte die Erde, als die schwere Beton-Konstruktion mitten in Dresden in die Elbe krachte.
„Raspishake ist ein Netz aus Geophonen, die erstaunlich gut und zuverlässig anzeigen“, so Dr. Joachim Saul (54), Seismologe vom Deutschen Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums Potsdam: „Insbesondere, wenn die Erschütterung wie in diesem Fall in der Nähe auftritt.“
Auch im deutschen seismischen Regionalnetz im 30 Kilometer entfernten Erzgebirge (Sachsen) wurde die Erschütterung bemerkt.
Der Wissenschaftler weiter: „An der nächstgelegenen Station in Berggießhübel gab es über 10 Sekunden einen deutlichen Ausschlag. Die weitere entfernten Messstationen in Leipzig und Tschechien haben aber kaum etwas angezeigt.“
Die Erschütterung liegt deutlich unter dem Wert 1 der Richterskala. Nach den Erfahrungswerten von Geowissenschaftler Saul zeigen etwa Sprengungen von Weltkriegsbomben oder Bergwerksprengungen deutlich höhere Messwerte an.
Die beiden Polizeibeamten Katharina Dorn (39) und Christopher Visarius (30) hatten Objektschutz-Dienst an der Synagoge, als die Erde bebte: „Zuerst hörten wir ein dumpfes Geräusch, wir dachten, in der Ferne ist ein Gebäude eingestürzt.“
Um 3.01 Uhr lösten sie als erste den Notruf aus. „Wir sind dann sofort die Straße heruntergerannt zum Terrassenufer. Es gab zwei lautstarke Explosionen.“
Sie hätten Angst gehabt, dass Menschen zu Schaden gekommen sind. „Wir haben dann mit Taschenlampen alles abgeleuchtet, aber nichts gesehen und auch keine Hilferufe gehört.“
Anschließend sind sie auf die Brücke gerannt und haben drei Autos, die gerade kamen zurückgeschickt, damit sie nicht herüberfahren.
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