
Über 550 Menschen, fast 230 Familien, wurden obdachlos, und weitere 800 Anträge auf Wohnungsbesichtigungen müssen noch bearbeitet werden. Nach dem Erdbeben der Stärke 4,7, das die Phlegräischen Felder am Freitag nach 19 Uhr erneut erschütterte – glücklicherweise ohne Todesopfer, aber mit rund zehn Verletzten –, liegt der Schwerpunkt nun darauf, denjenigen zu helfen, die ihre Häuser verlassen mussten, weil sie unbewohnbar geworden sind, und die Versorgung mit Wasser und öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere den Bahnverkehr, wiederherzustellen.
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Felsstürzen angeordnet: Für deren Stabilisierung waren Gelder bereitgestellt worden, die jedoch nicht verwendet wurden. Insbesondere in Pozzuoli stürzte die Felswand am Monte Olibano ein und begrub geparkte Autos und Motorroller unter sich.
Die Wasserkrise löst Proteste in den Phlegräischen Feldern aus: Der Hafen von Pozzuoli ist besetzt. Fast 400 Häuser wurden evakuiert.
Die Wasserkrise hat zu Wut geführt: Tausend Demonstranten blockieren den Hafen von Pozzuoli inmitten von Krankheiten und extremer Hitze. Die Feuerwehr meldet unterdessen, dass 57 Gebäude unbewohnbar sind und fast 400 Häuser evakuiert wurden.
Vier Tage nach dem Erdbeben der Stärke 4,7 mit Epizentrum in Solfatara hat sich die Krise auf den Phlegräischen Feldern von einem strukturellen zu einem sozialen Problem gewandelt.
Der Mangel an Trinkwasser aus den Leitungen hat das Fass zum Überlaufen gebracht und die Bewohner von Pozzuoli dazu veranlasst, auf die Straße zu gehen und ihren Unmut Ausdruck zu verleihen.

Bürger protestieren in Pozzuoli
Der Protest im Hafen und der Wassernotstand
Als Demonstration mit einigen Hundert Einwohnern begann, wuchs schnell auf rund tausend Teilnehmer an. Die Menge zog zum Hafen von Pozzuoli, durchbrach die anfängliche Absperrung der Carabinieri und besetzte das Hauptkai, wodurch der Hafenbetrieb effektiv lahmgelegt wurde.
An vorderster Front stehen ältere Menschen, Familien mit Kindern und Rollstuhlfahrer: die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen, erschöpft von den mangelhaften Dienstleistungen und gezwungen, in der brütenden Hitze zu demonstrieren. Die drückende Hitze hat mehrere Teilnehmer krank gemacht.
Die Polizei patrouilliert vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten; Die Lage ist derzeit angespannt, es wurden jedoch keine Zusammenstöße gemeldet.
Die Schadensbilanz: 57 Gebäude unbewohnbar
Parallel zu den Protesten setzen die Rettungskräfte ihre Arbeit fort, um die rote Zone abzusichern und Ortsbegehungen durchzuführen. Die offizielle Einschätzung der Feuerwehr zeichnet ein düsteres Bild: 57 Gebäude wurden für unbewohnbar erklärt und 395 Häuser evakuiert. Bislang wurden bereits 277 Einsätze abgeschlossen, über 650 weitere stehen noch auf der Warteliste.
Um die enorme Anzahl an Kontrollen bewältigen zu können, wurde die Rettungsmaschinerie weiter verstärkt: 21 neue MO. RECS-Module wurden den bereits einsatzbereiten Einheiten hinzugefügt, wodurch sich die Gesamtzahl der Spezialgeräte im Einsatzgebiet auf 36 erhöht.
Unterstützt werden sie von Technikern, die sich dem Schutz des kulturellen Erbes widmen, und Teams zur Bergung der persönlichen Gegenstände evakuierter Familien.
Der Appell der Behörden
„Der ständige Zustrom von Verstärkungskräften ermöglicht es uns, unsere Einsatzfähigkeit in den Phlegräischen Feldern kontinuierlich auszubauen“, erklärte Feuerwehrkommandant Giuseppe Paduano. „Neben der Überprüfung der Stabilität von Gebäuden unterstützen wir die Bevölkerung bei der Bergung ihrer Habseligkeiten und arbeiten dabei eng mit der örtlichen Polizei und den Regierungsbehörden zusammen.“




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