
Auf Martin Waldseemüllers Carta Marina aus dem Jahr 1516 ist ein gekrönter Herrscher dargestellt, der inmitten des riesigen, als „Tartaria“ gekennzeichneten Gebiets thront. von Guy Anderson
Über seinem Haupt erscheint der Name „NOY“ – eine Namensform, die in verschiedenen Sprachen und älteren Überlieferungen seit Langem mit dem biblischen Noah in Verbindung gebracht wird.
Sollte die Karte diesen Namen tatsächlich für Noah verwenden, so stünden wir vor einer Entdeckung mit enormen Auswirkungen auf unser bisheriges Geschichtsverständnis! Von Guy Anderson
Im Armenischen wird der biblische Noah „Noy“ genannt; eng verwandte Namensformen finden sich auch in anderen europäischen und eurasischen Sprachen. Ältere Aufzeichnungen enthalten zudem Varianten wie Noe, Noi und Noj – je nach Sprache, Region und Übersetzung.
Der uns geläufige englische Name „Noah“ ist lediglich eine von vielen Versionen, die im Laufe der Zeit durch unterschiedlichste Kulturen gewandert sind.
Der lateinische Text unterhalb der Herrscherfigur liefert eine detaillierte Beschreibung seiner Stellung und der mit ihm verbundenen gewaltigen Macht.
Er bezeichnet Baiotnoy als einen Fürsten der Tataren, der über ein riesiges Gebiet hinweg mehr als 600.000 bewaffnete Männer befehligt.
Seine Herrschaftsbefugnis erstreckt sich demnach über christliche und sarazenische Provinzen – von Persien bis hin nach Syrien –, womit seine Herrschaft fest in jenen weitläufigen Raum eingebettet ist, der auf der Karte als „Tartaria“ dargestellt wird.
Sollte es sich bei „NOY“ tatsächlich um Noah handeln, so könnte diese Karte ihn als den ersten Herrscher der Tartarei überliefern – und nicht bloß als den Überlebenden der biblischen Sintflut.

Damit stünde Noah am Anfang einer Zivilisation, die noch über Jahrhunderte hinweg auf Landkarten in Erscheinung trat. Seine Nachkommen könnten zudem Teil jener Herrscherdynastien gewesen sein, die sich in diesen gewaltigen Gebieten entwickelten.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die das gängige Narrativ zur biblischen Zeitrechnung noch drastischer verändern würde: Noah könnte tatsächlich in einer weit jüngeren Epoche gelebt haben als gemeinhin angenommen – was wiederum bedeutete, dass auch die Sintflut erst sehr viel später stattgefunden haben müsste.
Würde man unserer Chronologie Jahrhunderte oder gar Jahrtausende hinzufügen, so könnten biblische Ereignisse zeitlich viel näher an der später dokumentierten Geschichte liegen, als es uns bisher vermittelt wurde…
Andere faszinierende Themen über die verfälschte Geschichte lesen Sie im Bestseller von Guy Anderson:
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