Dürre in Brasilien enthüllt mysteriöse antike Felszeichnungen menschlicher Gesichter (Video)

Brasilien erlebt gerade eine der schlimmsten Dürren seiner Geschichte. Weil es seit Monaten nicht geregnet hat, verlanden mächtige Ströme. Besonders schlimm ist es im Norden, wo der Rio Negro nur noch ein Rinnsal ist. Einzig Archäologen können sich über die Situation zumindest etwas freuen.

Im Hafen von Manaus ist vor Kurzem der niedrigste Wasserstand des Schwarzen Flusses, wie der Rio Negro wegen Huminsäuren im Wasser genannt wird, seit Beginn der Messungen von mehr als 120 Jahren gemessen worden: 13,5 Meter.

Vor gut zweieinhalb Jahren war dort mit 30 Metern noch der höchste Pegel des zweitgrößten Nebenflusses des Amazonas aller Zeiten festgestellt worden.

Jetzt herrscht Dürre, das Wasser geht nach Angaben des Hafens in Manaus täglich um mehr als zehn Zentimeter weiter zurück. Boote liegen auf Grund, Fische tot in Pfützen. Amazonas-Flussdelfine sterben wahrscheinlich aufgrund der hohen Wassertemperaturen.

Der Wasserstand des Rio Negro ist so niedrig, dass jetzt in der Region gruslig anmutende Gravuren in Form von menschlichen Gesichtern freigelegt wurden. Sie stammen aus der vorkolonialen Zeit.

„Wir können sie nicht genau datieren, aber basierend auf Beweisen für die menschliche Besiedlung der Gegend, gehen wir davon aus, dass sie etwa 1000 bis 2000 Jahre alt sind“, erklärte Jaime Oliveira. Er ist Archäologe am Nationalen Institut für historisches und künstlerisches Erbe (IPHAN).

Die meisten Zeichnungen, die jetzt auf einem normalerweise vom Wasser bedeckten Felsvorsprung entdeckt wurden, sind den Wissenschaftlern neu. Einige Gravuren, die auch Petroglyphen genannt werden, kennen sie bereits von der Dürre im Jahr 2010. Damals kamen Rillen zum Vorschein, die vermutlich durch das Schleifen von Speeren oder Pfeilen entstanden sind.

Neu sind die Formen menschlicher Gesichter. Einige sind rund, andere oval, manche rechteckig. Es gibt lächelnde Gesichter und welche mit grimmiger Miene. Für die Historikerin und IPHAN-Mitglied Beatriz Carneiro sind die Gravuren von „unschätzbarem Wert“, wenn es darum geht, die Zeit zu verstehen, als erstmals Menschen das Gebiet bewohnten.

Weil die Dürre anhält – Regen ist nicht in Sicht -, und der Pegel des Rio Negro weiter sinken wird, kommt in den nächsten Tagen ein weiterer Felsblock mit Gravuren zum Vorschein.

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=19TGWlvY50A

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