Gefälschte Geschichte: Tartaria versus Groß Tartaria

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Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lässt sich auf westeuropäischen Karten eine bewusste Änderung der Benennung einer riesigen Weltregion erkennen. Von Guy Anderson

Während frühere Karten schlicht Tartaria nannten, ersetzten neuere Karten aus England, Frankreich und den Niederlanden diesen Namen zunehmend durch Groß Tartaria.

Diese Änderung vollzog sich jedoch nicht überall gleichzeitig und spiegelte keine einheitliche Entscheidung aller Kulturen wider. Russische und chinesische Quellen verwenden weiterhin Tartaria, was die Frage aufwirft, warum Westeuropa überhaupt die Notwendigkeit sah, den Namen zu ändern.

Ich glaube, dass die Wahl des Wortes „groß“ nicht neutral ist, da es im alltäglichen Sprachgebrauch oft Distanz statt Wertschätzung ausdrückt. Wir hören in Ausdrücken wie „großer Krieg“ oder „großes Feuer“ nicht instinktiv Wärme oder Bewunderung, und wenn wir von Urgroßeltern sprechen, drücken wir Trennung statt Nähe aus.

Mit jeder weiteren Generation entfernt sich das Wissen weiter von der direkten Erfahrung – was Großeltern wissen, ist persönlich und detailliert, aber was eine weitere Generation später noch existiert, ist dünner, aus zweiter Hand und bereits unvollständig.

So verblasst die Erinnerung der Vorfahren: Direkt weitergegebenes Wissen transportiert Kontext, Emotionen und Verständnis. Wird es immer wieder weitergegeben, gehen Details verloren, Bedeutungen verschwimmen und Gewissheit löst sich auf.

Mit der Zeit wird das Erlebte erinnert, dann neu erzählt und schließlich zu Fragmenten reduziert, die nicht mehr zusammenpassen. Vergessen geschieht nicht plötzlich, sondern durch Verwässerung.

Als Tartaria auf westeuropäischen Karten in Groß Tartaria umbenannt wird, vollzieht sich derselbe Prozess auf eine Zivilisation und nicht auf eine Familie.

  

Das Land verschwindet nicht, und die Menschen verschwinden nicht, aber der Name positioniert die Region als etwas, das bereits in der Vergangenheit liegt. „Groß“ rückt Tartaria in eine distanzierte Position und suggeriert Erbe statt Präsenz, Distanz statt Kontinuität. Es vermittelt dem Leser subtil, dass das Bezeichnete nicht mehr vollständig zugänglich oder direkt bekannt ist.

Karten sind keine passiven Aufzeichnungen, sie prägen unser Verständnis der Realität. Ein auf einer Karte abgedruckter Name verleiht Autorität, insbesondere wenn diese Karte reproduziert, kopiert und gelehrt wird.

Sobald Tartaria zu Groß Tartaria wird, begegnet jede neue Generation der Region bereits als etwas Fernes und Historisches, selbst wenn sie in der Realität noch existiert. Diese Veränderung ebnet den Weg zum Vergessen, indem sie die Verbindung zwischen dem Namen und der gelebten Erfahrung schwächt.

Eine Umbenennung muss weder Gebäude, Städte noch Menschen auslöschen, sie muss lediglich die Erinnerung stören. Sobald die Kontinuität unterbrochen ist, verfällt Wissen von selbst – was überlebt, wird bruchstückhaft und widersprüchlich, wodurch es leichter verworfen, neu interpretiert oder in andere Narrative integriert werden kann. Im Laufe der Zeit kann eine Zivilisation auf ein substanzloses Etikett reduziert werden, vage erinnert, aber nie wirklich verstanden.

Der Wechsel von Tartaria zu Groß Tartaria markiert diesen Moment der Trennung. Er signalisiert den Beginn eines Prozesses, in dem eine einst zusammenhängende und gegenwärtige Zivilisation allmählich außer Reichweite gerät – nicht durch Gewalt oder Zerstörung, sondern durch Sprache und Zeit.

Die Karten dokumentieren den Beginn dieser Entwicklung, wenn Tartaria aufhört, bekannt zu sein, und zu einem unvollkommenen Erbe wird.

Was Generationen später bleibt, ist keine klare Erinnerung, sondern ein Schatten aus Fragmenten, Namen und Annahmen. Die Zivilisation selbst ist nicht verschwunden, aber das Wissen um sie ist ausgedünnt und verstreut, bis es fern und abstrakt erscheint. Die Namensänderung ermöglicht diesen Prozess im Stillen, während der Anschein von Kontinuität gewahrt bleibt.

Das schreibt Guy Anderson der Autor von Tesla & The Cabbage Patch Kids und Rise of the Clones: The Cabbage Patch Babies

Mehr über die echte gefälschte Geschichte lesen Sie im Buch „Die Schlammflut-Hypothese“ und mehr über die Alte Welt Ordnung in „Die Welt-Illusion“ oder über die Innere und Flache Erde in „DUMBs 2“ oder die Eiswand und die Gefallenen Engel in „Antarktis: Hinter der Eiswand“ sowie über „Die vergessene Welt der Riesenbäume

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