
Die Kadaver liegen am Straßenrand aufgereiht, ihre Mäuler sind weit aufgerissen: In einem Gewässer in Österreich sind in den vergangenen Tagen mehr als 650 tote Fische entdeckt worden. Die Exemplare waren so groß und schwer, dass sie mit Baggerschaufeln abtransportiert werden mussten. Angler stehen vor einem Rätsel: Woran starben die Tiere?
Als das Eis auf dem Schönauer Wasser im Nationalpark Donau-Auen östlich von Wien allmählich weggetaut war, hatten Spaziergänger die beunruhigende Entdeckung vom Ufer aus gemacht. Dutzende verendete Fische trieben plötzlich an die Oberfläche, sahen sogar blutverschmiert aus.
Die zuständige MA 49, die Umweltbehörde der Landeshauptstadt, rückte schließlich mit Baggern und mehreren Experten an. An einem einzigen Tag barg man entlang der Donau 650 Fische. Und das sind noch nicht alle: Unter einer Eisschicht liegen weitere.
Wie viele, ist unklar. Bei den meisten Tieren würde es sich um Silberkarpfen handeln, die bis zu anderthalb Meter lang und gut 50 Kilogramm schwer werden können. Aber auch riesige Welse und Barsche wurden an Land gezogen. „Da sind einige 15 bis 20 Jahre alt gewesen“, erklärte ein ortsansässiger Angler im Netz fassungslos. „Ein Wels war 2,40 Meter lang.“
Er glaubt, wie auch viele der Anrainer, den Grund für das Massensterben zu kennen: Durch den niedrigen Wasserstand und die dicke Eisdecke hätten die Fische zu wenig Sauerstoff gehabt und seien so qualvoll erstickt. Man hätte die Tiere durch Löcher im Eis gar retten können, heißt es.
Der Arbeiterfischereiverband, an den das Gewässer verpachtet wurde, hält dagegen: „Wahrscheinlich handelt es sich um natürliche Ausfälle. Fische bleiben etwa am Eis kleben“, behauptet Verbandssekretär Martin Genser in der „Kronen Zeitung“. An ein Ersticken der Fische würde er eher nicht glauben: „Diese Karpfenart hält normalerweise einiges aus …“ Seine Theorie besagt, dass die vielen Eisläufer die Fische gestresst hätten und sie dadurch verendet seien.
Einig sind sich offenbar alle, dass die Tiere zumindest nicht krank aussehen. Um die Todesursache endgültig zu klären, sollen einige Kadaver nun pathologisch untersucht werden.








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