
Mehr als vier Kilometer unter dem Pazifischen Ozean wurden Spuren eines seltenen radioaktiven Elements in der uralten Meereskruste entdeckt.
Das Material stammt offenbar von einem gewaltigen kosmischen Ereignis vor über 100 Millionen Jahren. Eine massive Sternexplosion oder die Kollision zweier Neutronensterne könnte diese Trümmer in der Galaxie verstreut haben, bevor ein winziger Bruchteil schließlich die Erde erreichte.
Diese Atome überstanden eine Millionen Jahre dauernde Reise durch den interstellaren Raum, bevor sie sich auf dem Meeresboden absetzten, wo sie bis jetzt verborgen blieben.
Bei dem fraglichen Material handelt es sich um Plutonium-244, ein seltenes radioaktives Isotop, das längst verschwunden sein müsste, wenn es seit der Entstehung des Planeten vorhanden gewesen wäre. Mit einer Halbwertszeit von etwa 80 Millionen Jahren wäre ein ursprünglicher Vorrat im Laufe der 4,5 Milliarden Jahre währenden Erdgeschichte vollständig zerfallen. Sein Vorkommen in Tiefsee-Eisromangankrusten deutet daher auf einen anderen Ursprung hin. Das Isotop muss später auf die Erde gelangt sein, transportiert von einem Ereignis weit außerhalb des Sonnensystems.
Die Auswirkungen reichen weit über den Meeresboden hinaus. Plutonium-244 entsteht nicht in gewöhnlichen Sternenumgebungen. Es bildet sich bei einigen der energiereichsten Ereignisse im Universum, wo extremer Druck und enorme Neutronenmengen die Entstehung schwerer Elemente in Sekundenschnelle ermöglichen.
Die in diesen Krusten erhaltenen Atome sind mikroskopisch kleine Fragmente einer Katastrophe, die sich vor Hunderten von Millionen Jahren ereignete, lange bevor der Mensch erschien und möglicherweise bevor sich viele moderne Tiergruppen entwickelten.
Der Meeresboden ist ein ungewöhnliches Archiv der kosmischen Geschichte, hat sich aber zu einem der wertvollsten entwickelt. Ferromangan-Krusten wachsen außerordentlich langsam; oft benötigen sie Millionen von Jahren, um nur wenige Millimeter Material hinzuzufügen. Dieses allmähliche Wachstum ermöglicht es ihnen, eine chronologische Aufzeichnung zu bewahren, die sich über geologische Zeiträume erstreckt.
Wenn Partikel durch die Wassersäule absinken – sei es durch Vulkanausbrüche, Asteroideneinschläge, atmosphärischen Staub oder interstellare Trümmer –, werden einige in den wachsenden Schichten eingeschlossen. Einmal eingeschlossen, können sie Millionen von Jahren erhalten bleiben.
Das in diesen Schichten entdeckte Plutonium scheint dieser letzten Kategorie anzugehören. Irgendwann in ferner Vergangenheit erzeugte ein gewaltiges Sternenereignis schwere radioaktive Elemente und schleuderte sie in den interstellaren Raum. Über unvorstellbare Zeiträume reiste ein Bruchteil dieses Materials durch die Galaxie, bevor es schließlich die Erdatmosphäre erreichte.
Winzige Mengen drangen in die Atmosphäre ein, lagerten sich in den Ozeanen ab und lagerten sich in Krusten am Meeresboden ab. Die Mengen sind zwar extrem gering, doch ihre Bedeutung ist immens, da sie einen direkten physikalischen Beweis für die Verbindung der Erde zu Ereignissen liefern, die Lichtjahre entfernt stattfanden.




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