Heftiges Doppel-Erdbeben in Venezuela – Zehntausende Tote befürchtet – Notstand ausgerufen (Videos)

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Zwei extreme Erdbeben innerhalb von weniger als einer Minute haben in Venezuela Panik und Chaos ausgelöst. Die US-Erdbebenwarte USGS rechnet mit 10.000 bis 100.000 Todesopfern. In der Hauptstadt Caracas stürzten mehrere Gebäude ein.

Die Beben hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5 und seien die weltweit stärksten des laufenden Jahres. Das zweite und stärkere Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern. Es seien massive Zerstörungen zu erwarten.

Die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (57) rief in einer Ansprache den Notstand aus. Sie sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“. Stunden später bestätigte sie erste Todesopfer, sprach den Familien ihr Beileid aus. Genaue Zahlen nannte sie jedoch nicht. Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten.

Unter den Trümmern sind unzählige Menschen verschüttet. Der Schulunterricht wird ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas habe wegen schwerer Schäden den Betrieb eingestellt.

In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und vom Flughafen. Innenminister Diosdado Cabello (63): „Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun.“ Er rief die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei kümmern sich mit allen verfügbaren Mitteln um die Lage. Aufnahmen zeigen Rettungskräfte, die bei Einbruch der Dunkelheit in die Trümmer stiegen, während verzweifelte Angehörige nach ihren Familienmitgliedern suchten.

In einem Krankenhaus in Caracas stürzten Deckenplatten herab. In den sozialen Medien kursieren zudem unbestätigte Videos von eingestürzten Gebäuden in der Küstenstadt La Guaira sowie schweren Schäden am Hauptflughafen des Landes. Darin versuchen Menschen, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebt und Staubwolken aufsteigen.

Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.

Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr Ortszeit (0.04 Uhr deutscher Zeit). Das Epizentrum lag 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten Venezuelas, in 21,9 Kilometern Tiefe.

Nur wenige Kilometer weiter nördlich folgte das zweite Erdbeben. Allein in den relativ nahen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen mehr als 400.000 Menschen.

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