
Das riesige Vulkangebiet der Phlegräischen Felder bei Neapel im Süden Italiens sorgt seit mittlerweile drei Jahren für Aufregung, da immer wieder teils heftige Erdbebenschwärme die von Hunderttausenden Menschen bewohnte Region erschüttern. Forscher warnen immer wieder, dass der Supervulkan inmitten des Ferienparadieses am Golf von Neapel jederzeit wieder ausbrechen könnte.
Diese Ausbrüche waren in der Vergangenheit so verheerend, dass sie die Umgebung im Umkreis von 80 Kilometern in eine Todeszone verwandelten. Nach einer Bebenserie, die sich unter und um den Solfatarakrater am Rand der Hafenstadt Pozzuoli im Westen Neapels ereignete, wurde nun eine Hotelschule am Fuße des Solfatarakraters geräumt.
Gasausstoß und Temperaturen schießen nach Erdbebensequenzen an Vulkankrater in die Höhe
Es handelt sich um die Petronio-Schule in der Via San Gennaro im Stadtteil Agnano, die sich in einem ehemaligen Sanatorium aus der Gründerzeit im Neorenaissance-Stil befindet.
Laut fanpage.it wurden in einigen Räumen der Schule abnormale Ansammlungen von Kohlendioxid (CO₂) festgestellt. Dies sei nach einem Bericht der Präfektur, der Territorialbehörde der Regierung von Neapel, geschehen.
Schon seit Monaten beobachten Anwohner, wie Dampfschwaden nicht nur aus der Mitte des Kraters, sondern auch aus Gullydeckeln und Böschungen im Stadtteil Agnano wabern. Auch eine Straße deformierte sich immer wieder wegen großer Hitze des Untergrundes.
Techniker der Stadt Neapel stellten demnach im Erdgeschoss des Petronio-Instituts, das direkt in den Hang des Kraters gebaut ist, eine hohe Kohlendioxidkonzentration und hohe Temperaturen fest. Darauf berief der Präfekt von Neapel, Michele di Bari, am Mittwochmorgen (15. April) die Rettungsleitstelle ein, um die Lage zu beurteilen, berichtet das Portal.
Vorsorglich wurde die Schule vorübergehend geschlossen, heißt es – damit am Nachmittag ein gemeinsames Team aus ABC-Abwehrexperten der Feuerwehr, Technikern des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie sowie der Stadt Neapel weitere Untersuchungen durchführen kann.
„Das Vorhandensein von Kohlendioxid in geschlossenen Räumen in hohen Konzentrationen kann erhebliche Risiken für die menschliche Gesundheit darstellen“, teilte die Gemeinde Pozzuoli mit. Die getroffene Maßnahme ist daher rein vorsorglich und zielt darauf ab, die Schülerschaft und das Schulpersonal zu schützen.“
Während des Treffens berichtete der Bürgermeister von Pozzuoli, Gigi Manzoni, der ebenfalls in den Präfekturbüros anwesend war, dass die CO₂-Detektoren in keiner der anderen Schulen in der Gegend Auffälligkeiten festgestellt hätten; ein Umstand, der auch vom Bürgermeister von Bacoli, Josi Gerardo Della Ragione, in Bezug auf die Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich bestätigt wurde.
Bereits voriges Jahr wurde eine Schule in Pozzuoli wegen zu hoher CO₂-Werte geschlossen. Wie groß die Gefahr ist, zeigte der Tod eines Monteurs im Westen von Neapel, der in einem Aufzugsschacht wegen zu hoher CO₂-Konzentration erstickte.
Das Treffen in der Präfektur ergab, dass die erhöhten CO₂-Werte im Petronio-Institut möglicherweise auf die jüngsten Erdbeben in der Caldera der Phlegräischen Felder zurückzuführen sind.
Die Schule liegt zudem in unmittelbarer Nähe der Epizentren dieser Ereignisse. In der vergangenen Woche ereigneten sich mehrere Erdbebenschwärme in der Caldera; das stärkste Beben der Stärke 3,4 wurde am 8. April registriert.



Schreibe einen Kommentar