Das Ding ist irgendwo da draußen …
Im nordsächsischen Audenhain suchen die Anwohner seit Tagen nach Außerirdischem! Genauer: nach außerirdischem Gestein – und das im Auftrag der Wissenschaft. (Titelbild: Feuerschweif: Tschechische Forscher fotografierten den Meteoriten überm Erzgebirge)
Die Geschichte beginnt am 9. Februar, kurz nach Mitternacht. In Šindelová im böhmischen Erzgebirge filmt die automatische Kamera des Astronomischen Instituts Tschechiens eine Lichtspur am Horizont: Es ist ein Meteorit, der auf die Erde zurast! Die Lichtspur lässt die genaue Berechnung der Geschwindigkeit zu.
„Weil der Bolide relativ niedrig über der Erdoberfläche zu leuchten aufhörte, konnten wir die Region bestimmen, in der die Reste des interplanetaren Körpers auf der Erde liegen sollten“, sagt Astrophysiker Dieter Heinlein (67) vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Nach den Berechnungen trat der Meteorit in 81 Kilometern Höhe circa 40 Kilometer nordöstlich von Leipzig in die Erdatmosphäre ein. Da war er noch 16 Kilogramm schwer!
Der überwiegende Teil verglühte und zerbrach beim Eintritt in die Atmosphäre. Etwa eine Handvoll Meteoriten-Sücke ging über einem 500 mal 100 Meter langem Flurstück im Süden von Audenhain nieder.
Fund wäre eine Sensation
Heinlein bittet seitdem die Audenhainer um Hilfe: „Wer etwa walnussgroße Gesteinsbröckchen mit Schmelzkruste findet, soll sich melden!“
Wenn es gelingt, wäre das eine Sensation – und erst der vierte in Deutschland gefundene Meteorit, dessen Ortung nach Berechnungen gelang. Nach der wissenschaftlichen Untersuchung bekommt der Finder den Meteoriten natürlich wieder. Ein Meteorit aus China brachte bei einer Auktion zuletzt 1,7 Mio. Euro.
Komet? Meteorit? Was ist da der Unterschied?
Meteorite sind Bruchstücke kosmischer Körper, die beim Eintritt in die Atmosphäre abgebremst werden und auf die Erde fallen. Asteroiden („Sternähnliche“) sind große kosmische Körper, die beim Einschlag Krater hinterlassen und dabei u. U. verdampfen. Das passiert auf der Erde nur alle eine Million Jahre, während jährlich ca. 20 000 Meteoriten (größer als 100 Gramm) niedergehen. Kometen sind dagegen „Schweifsterne“ aus flüchtigen Materialien wie Eis oder Gas.
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